Homepage | Site Map | Impressum | Anzeigenpreise | AGB | Kontakt

 

Titelseite des Heftes 09/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

das Niedersächsische Finanzministerium hat am 28.7.2017 in Abstimmung mit dem BMF steuerliche Maßnahmen und Erleichterungen für Geschädigte der Überschwemmungen Ende Juli veröffentlicht. Am 13.8.2017 zog nun auch das Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg nach. Viele Erleichterungen betreffen unmittelbar die Land- und Forstwirtschaft.

Versicherungsleistungen für Ernteausfälle von einjährigen Kulturen oder Dauerkulturen infolge des Starkregens bzw. Hochwassers können bei buchführenden Landwirten aus Billigkeitsgründen bilanzmäßig so behandelt werden, dass die steuerlichen Auswirkungen erst in dem Wirtschaftsjahr eintreten, in dem die vernichtete oder geschädigte Ernte angefallen wäre.

Sehr interessant und fast ein Systembruch: In der Schlussbilanz des Wirtschaftsjahres, in dem der Schaden eingetreten ist, kann in Höhe des Entschädigungsanspruches oder der bereits geleisteten Entschädigungen eine steuerfreie Rücklage gebildet werden, die im Folgejahr erfolgswirksam aufzulösen ist. Dies gilt nicht, wenn der Versicherungsfall im gleichen Wirtschaftsjahr eingetreten ist, in dem auch die Ernte angefallen wäre. Bei Landwirten mit Gewinnermittlung nach Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist sinngemäß zu verfahren. Der Fiskus reagiert damit – anders als im Zuge der Milchpreiskrise – relativ schnell. Lobenswert!

Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.

Dr. Marcel Gerds,
Chefredakteur

Opens window for sending emailmarcel.gerdsatagrarrecht.de